Figurenteater Morgenstern

Sneewittchen

Ein Marionettentheater

Warum ein Märchen und warum Sneewittchen?

Mit jedem "Es war Einmal..." geht der rote Vorhang auf. Dahinter erscheint eine nur roh gezimmerte Bühne, auf der dennoch alles wichtige vorhanden ist: das Dunkle, die Tür, der Baum, die Falle, der Stein, der Apfel, Geräusche, Metall und Stoff, eine Kerze, ein Fenster, Tisch-Schüssel und Bett; Hütte und Halle, in der ich als Räuber und Held, als Hexe und Königin unendlich viel Spielraum habe.

Sneewittchen

Märchen sind über alle Zeiten hinweg lebendig geblieben und alle Versuche, sie als schädigend, verlogen, gefährllch, unwichtig, unrealistisch oder gar als nicht "zeitgemäß" zu erklären sind gescheitert. Für viele sind Sie mit Erinnerungen an die eigene Kindheit verbunden. Die Brüder Grimm haben unvergessliche Geschichten gesammelt. Dabei haben sie die Märchen immer wieder verändert, bereicherte, ausgeschmückt.

In einem alten Eskimo-Märchen heißt es: "Unsere Vorfahren haben uns viel vom Entstehen der Erde erzählt. Das war vor langer Zeit. Das war lange vor der Zeit bevor die weißen Männer kamen und die Worte in Strichen versteckten."

Jede Zeit braucht ihr eigene Beschäftigung mit den Märchen. Dazu gehören auch die Bilder, die von diesen Märchen hervorgenufen werden. Unendlich oft wurden Märchensammlungen und Märchenbücher mit wunderbaren Bildern illustriert. Manche dieser Bilder lassen die Märchen im Kopf und in den Sinnen der Menschen neu entstehen.

Und so haben auch wir versucht, das Märchen vom "Sneewittchen" in Bilder und Figuren umzusetzen. Und wir wollten diese Bilder verstärken durch die Kraft der Musik und Hören auf eine erzählende Stimme. Wir haben die Darstellungsform des Marionettenspiels gewählt und sind der Grimmschen Sprache weitgehend treu geblieben.

Sneewittchen ist eines der bekanntesten Märchen. Schon Jahrhunderte lang wird es in verschiedenen Formen in vielen europäischen Ländern und Sprachen erzählt. Es ist in seinem Aufbau und in seiner Dramatik ein Dialog-Märchen und daher für das Figurentheater als Erzähl- und Darstellungsform besonders interessant und geeignet. Es greift vielfältig zwischenmenschliche Fragen, Katastrophen, Leiden und auch Lösungen auf.

Fast jeder kennt die Geschichte: Eine Königin wünscht sich ein Kind und stirbt nach der Geburt. Das Mädchen sollte jedoch nicht leben dürfen; denn übers Jahr nimmt sich der König eine andere Gemahlin, die das Kind nicht annehmen kann. Die Stiefmutter verfolgt es mit ihrem Hass, und sie hat einen ganz besonderen Spiegel ... Der Spiegel kennt die Geheimnisse der Menschen und sagt die Wahrheit. Die Königin erträgt diese Wahrheit nicht; sie betrügt, will töten und mit ihrer Zauberkraft gelingt es beinahe. Die Zwerge aber wissen Bescheid... Sie begegnen einem Jäger, der etwa tun soll, was gegen seine Berufsehre geht. Die sieben Zwerge, ansonsten Bewahrer und Beschützer der Erde und ihrer Schätze, nehmen das verlassene Kind auf.

Das Märchen geht, wie fast immer, gut aus...

Und zum Schluss:

Das Märchen vom "Seewittchen" hat uns angesprochen, bewegt und wir haben es gespielt.

Ein Märchen sagt über uns selbst aus; es sagt aus über den mühsamen Weg zur Reifung des Herzens.

Manchmal gehst Du durch den Wald und plötzlich meinst Du, Du bist jetzt mitten in einem Märchenwald.

Naturgewalten sind den Kindern ebenso fremd wie jenen Generationen, denen wir unsere schönsten und besten Märchen verdanken.